Ivan Moudov

Als Ivan Moudov 2005 die Eröffnung eines bulgarischen Museums für zeitgenössische Kunst in einer Bahnhofshalle in Sofia ankündigte, kamen 200 Gäste – und warteten vergeblich. Moudov hatte das Ereignis lediglich behauptet, um auf das Fehlen einer solchen Institution hinzuweisen. Auf humorvolle Art verhandelt der Künstler in seinen Arbeiten gesellschaftliche, vor allem jedoch kulturpolitische Zustände. Das System des Kunstbetriebs, die mangelnden Förderstrukturen und fehlende Institutionalisierung der zeitgenössischen Kunst in Bulgarien macht er immer wieder zum Thema. Auch die Regulierung des öffentlichen Raums greift er in seinen Arbeiten auf – etwa indem er in seinen Performances als Verkehrslotse oder dauerhafter Beifahrer eines Kreisverkehrs den gesamten Stadtverkehr ins Chaos stürzt. In der ehemaligen Trauerhalle auf dem Bochumer Zentralfriedhof eröffnet Moudov – zeitgleich zur Biennale in Venedig – den, von wenigen Ausnahmen abgesehen, dort nie vertretenen bulgarischen Nationalpavillon. Ivan Moudov [*1975] lebt in Sofia.

Ivan Moudov (c) Daniel Sadrowski
UKR Wandersalon8 Flughafen DO 2018 c Daniel Sadrowski 6825 Wandersalon ©

Ivan Moudov

Insbesondere die Situation in seinem Heimatland Bulgarien macht Moudov immer wieder zum Thema, unter anderem behauptete er 2005 die Eröffnung eines Museums für Zeitgenössische Kunst (MUSIZ) in Sofia.

Ruhr Ding Ivan Moudov 6786 Projekt ©

The Pavilion

Die Installation in der Trauerhalle Havkenscheid auf dem Hauptfriedhof in Bochum ist den Konzepten gewidmet, die im Open-Call-Verfahren für die Biennale in Venedig nicht ausgewählt wurden.